Juli 2011: Sommerserenade

Plakat Serenade 2011

Ein musikalisch-literarisches Zwei-Länder-Programm

Sa, 30. Juli 2011, Burgbühne Dilsberg
So, 31. Juli 2011, Altstadt Ladenburg

Sommerserenaden der Dilsberger Kantorei auf der Burgbühne Dilsberg und in der Ladenburger Altstadt
Spätestens seit der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton kennt man auch den Komponisten John Rutter. Mit dem Auftragswerk „This is the day“ für die königliche Hochzeit wurde der sowieso schon berühmteste zeitgenössische englische Komponist auch einem großen Publikum bekannt. Rutter hat außerordentlich viel für Chor komponiert, auf eine Weise modern, die nicht „schräg“ sondern schön klingt. Sein Werk „The sprig of thyme“ (Der Tymianzweig) lieferte die Programm-Idee der Sommerserenade, die der Konzertchor Dilsberger Kantorei am 30. und 31.7. auf der Burgbühne Dilsberg im Neckartal und an der Wehrmauer der Römerstadt Ladenburg anbot.

Rutter hat in seinem Werk einfache englische, irische und schottische Volkslieder unter Verwendung der Originalmelodien in höchst attraktiver Weise neu in Musik gesetzt. Begleitet wird der Chor dabei von einem kleinen Orchester. Ähnlich interessante Neuvertonungen gibt es auch von aktuellen und alten (teilweise vergessenen) deutschen Liedern, insbesondere interessant die Realisierungen von Helmut Barbe. Dirigent Markus Karch hat darauf aufbauend ein „Zwei-Länder-Programm“ zusammengestellt mit Musik und Lyrik aus Deutschland im ersten Teil und englischer Musik im zweiten Teil. Dorothee Grieshammer, die die Texte liest, steuert im zweiten Teil die Übersetzungen der englischsprachigen Chorstücke bei. Für die Lyrik-Passagen im ersten Teil hat Dorothee Grieshammer vorwiegend Gedichte von Klabund (1890-1928) und Mascha Kalèko (1907-1975) ausgewählt.

Was die Musik betrifft, waren keineswegs nur Liedbearbeitungen zu hören. Der Bogen reichte im ersten Teil bis zu den Comedian Harmonists, im zweiten Teil bis zu den „Nonsens Songs“ von Mathias Seiber, bei denen es sich um Vertonungen höchst skurriler Limericks handelt. Zum Schluss gab es noch ein wenig Nachstimmung mit der „Primrose“, der „Nachtkerze“ von Benjamin Britten. Die Musikertruppe mit Maria Karch (Violine), Viktor Perschyk (Klarinette), Stefan Knust (Cello), Christian DellAndrea (Kontrabass) und Chorleiter Markus Karch am Piano bereicherten das Programm mit leichtfüßiger Salonmusik. Markus Karch untermalte zusätzlich die Textübersetzungen der englischen Lieder improvisierend am Klavier.

Der Eintritt zu den Serenadenkonzerten der Dilsberger Kantorei ist frei. Markus Karch und sein Chor möchten damit auch die Möglichkeit fördern, sich nur einen Teil des Programms anzuhören, was z.B. für Familien mit kleineren Kindern interessant sein dürfte – obwohl erfahrungsgemäß gerade Kinder schon ab 5 Jahren bei derartigen Programmen sehr gut durchhalten. Außerdem können potentielle Interessenten, die nicht so genau wissen, ob diese Art Programm das Richtige für sie ist, einfach mal „hineinschnuppern“ und entweder bleiben – oder auch wieder gehen.